Vom Startplatz am Nebelhorn aus liegt das Illertal direkt unter dir. Nach Süden schiebt sich der Allgäuer Hauptkamm ins Bild — Trettachspitze, Mädelegabel, die Zacken, die man aus jedem Oberstdorfer Prospekt kennt, nur diesmal auf Augenhöhe statt im Gegenlicht. Nach Westen öffnet sich das Kleinwalsertal, nach Norden läuft die Iller hinaus, bis das Land flach wird.
Wer in Oberstdorf Urlaub macht, kennt am Ende der Woche drei, vier Wege: einmal zum Söllereck, einmal ins Trettachtal, einmal mit der Bahn aufs Fellhorn. Aus der Luft schrumpfen diese Wege auf ein paar Striche zusammen, und du siehst zum ersten Mal, wie nah sie beieinander liegen. Fast alle Gäste zeigen an dieser Stelle nach unten und rufen den Namen eines Hotels, eines Parkplatzes, einer Bank am Weg.
Das ist der Teil, den kein Foto vorwegnimmt: nicht die Höhe, sondern der Zusammenhang. Ein Tal, das man gelaufen ist, verstanden zu sehen — das bleibt länger als jeder Adrenalinstoss.






