Ich habe in den letzten Jahrzehnten ziemlich viel Luft unter mir gehabt. Rekorde geflogen, einen deutschen Meistertitel im Streckenfliegen geholt, Schüler ausgebildet. Was davon für dich zählt, ist nicht die Liste, sondern was daraus geworden ist: Ich muss niemandem mehr etwas beweisen — am wenigsten dir.
Streckenfliegen ist ein Geduldsspiel. Man sitzt stundenlang in der Luft und liest, was sie gerade macht: ein Hang, der Wärme abgibt, eine Wolke, die sich aufbaut, eine Kante, an der es reisst. Wer das jahrelang macht, verliert die Lust am Spektakel und bekommt dafür ein sehr genaues Gefühl dafür, wann es passt und wann nicht.
Genau das nimmst du mit, wenn du bei mir im Gurtzeug sitzt. Kein Zeitdruck am Startplatz, keine Schlange hinter uns, kein Programm, das durchgezogen wird, weil schon bezahlt wurde. Wenn ein Tag nicht passt, fliegen wir nicht — das ist keine Einschränkung, sondern der Grund, warum es sich sicher anfühlt.
Und wenn du Angst hast: sag es mir. Fast alle haben kurz vor dem Start ein flaues Gefühl. Wir gehen dann noch einmal durch, was gleich passiert, und wenn du willst, fliegen wir eine ruhigere Linie. Niemand wird hier den Hang hinuntergeschubst.


