Der Start ist derselbe wie beim Klassiker: mit der Bahn hinauf, ein paar Schritte über die Wiese, und der Schirm trägt. Was danach passiert, ist ein anderer Flug. Statt die Linie ins Tal zu nehmen, drehen wir am Hang ein und suchen die Luft, die nach oben will. Wenn sie da ist, steigen wir — und dann öffnet sich der Blick über den Grat, hinter dem vorher nichts war.
Für dich fühlt sich das an wie ein grosses, ruhiges Karussell. Der Schirm legt sich leicht in die Kurve, du siehst denselben Hang mehrfach, aber jedes Mal aus einer anderen Höhe. Und mit jeder Runde wird das Bild weiter: Erst siehst du Oberstdorf, dann das ganze Illertal, dann die Kette dahinter, dann die Kette hinter der Kette.
Ob wir zwanzig oder sechzig Minuten oben bleiben, sagt dir vorher niemand ehrlich. Das ist keine Ausrede, das ist der Sport: Thermik ist kein Fahrplan. Ich lese sie seit über dreissig Jahren, und trotzdem entscheidet am Ende der Tag. Was ich dir versprechen kann: Wenn die Luft arbeitet, hole ich alles heraus, was drin ist — und wenn sie es nicht tut, fliegen wir eine schöne Runde und suchen für dich einen zweiten Termin.
Genau deshalb ist der Fernblick der Flug für Leute mit etwas Zeit. Nicht für den Vormittag zwischen zwei Terminen, sondern für den Tag, an dem du sagst: Heute bin ich da, und wir schauen, was geht.